Shane Co. geht Konkurs durch ein neues ERP System

In 2005 unterzeichnete Shane Co., eines der größten Juwelenhändler, einen Vertrag mit SAP für die Einführung eines fortgeschrittenen PoS (point of sale) und Inventursystems. Es wurde geplant, dass die Implementierung nicht mehr als 9 Millionen Euro kostet und dass die Einführung innerhalb eines Jahres vollendet wird. Die Kosten überschritten das vorgestellte Budget dramatisch. 3 Jahre später und 30 Millionen Euro armer hat Shane immer noch kein gut funktionierendes System. Es schien dass der Zählungsteil der Inventur schief ging, wodurch Shane einen strukturellen Überschuss bekam im Inventar.

In 2009 meldete Shane Company den Konkurs an. Hierbei schlossen sie Niederlassungen in sechs verschiedenen amerikanischen Städten. Shane legte die Schuld vom Konkurs teilweise auf SAPs Schultern, da der Betrieb große Probleme bekam nach der Implementierung des neuen ERP Systems. Sie gaben zu, dass makroökonomische Umstände und heftige Konkurrenz auch dafür gesorgt haben, dass Shane seinen Kopf nicht mehr über Wasser halten konnte. Die Probleme mit der ERP Implementierung waren jedoch die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Übrigens öffnete Shane seine Türen wieder in 2010, nachdem eine Reorganisation dafür gesorgt hatte, dass alle Schulden zurückbezahlt werden konnten.

Was ging schief?

Abgesehen von den Angelegenheiten, die Shane Co. SAP anschuldigt, wurden eine Anzahl Sachen ganz falsch durch Shane angegangen. Die größten Fehler werden wir hier unten besprechen.

Total verkehrte Einschätzung der Kosten

Es macht keinen Sinn, dass bei einem jährlichen Einkommen von rund 150 Millionen Euro die Implementierungskosten aufliefen zu etwas weniger als 30 Millionen Euro. Dies deutet auf schlechtes Management vom IT Projekt hin. Der Prozentsatz kann sich abweichen, aber die meisten Implementierungskosten sitzen deutlich unter 10% vom jährlichen Umsatz. Bei Shane Co. lag dieser Prozentsatz grade unter zwanzig Prozent. Hierbei muss zudem gesagt werden, dass das System nie funktioniert hat und sie das Geld tatsächlich einfach aus dem Fenster geworfen haben.

Wenn es scheint, dass die Kosten von einem IT Projekt vollständig außer Kontrolle geraten, dann muss das Management bereit sein, den Stecker aus dem Projekt zu ziehen. Selbst in der Schule lernen wir, dass „verlorene Kosten“ bei zwischenzeitlichen Evaluierungen ignoriert werden müssen. Es kann nicht sein, dass Überschreitungen des Budgets zu spät erkannt werden, darum war der Schaden bei Shane zu groß

Schlecht definierte Forderungen

Angesehen von der Tatsache, dass Shane so viel am Inventursystem von SAP ausgab und noch immer keine funktionierende Lösung fand, zeigt auch, dass die Forderungen an das System nicht gut genug definiert und quantifiziert wurden. Hierüber haben wir auch schon gesprochen im Artikel „5 Tipps für eine erfolgreiche ERP Implementierung“

Nicht ausreichend getestet vor dem live gehen

Neben der schlechten Definition von Forderungen, wurde das System nicht ausreichend vor dem live gehen getestet. Das ist echt ein unverzeihlicher Fehler. Es ist menschlich ein Projekt, dass schon sehr lange gedauert hat, so schnell wie möglich abzuschließen. Aber ein ERP, dass nicht ausreichend getestet wurden, kann enorme Konsequenzen haben für Handelsbetriebe. In diesem Fall bedeutete dies für Shane, dass sie immer zu viel Inventar hatten und die Lager überlasteten. Jeder im Handelssektor weiß, dass dies viel Geld kostet. Was vielleicht noch ärgerlicher war, war dass Artikel miteinander vermischt waren. Das Inventar wurde teilweise falsch ins System eingetragen. Das bedeutet, dass das System angeben könnte, dass ein Produkt verfügbar ist, dass nicht auf Vorrat ist und andersrum.

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